Frau Morgenstern – und wie alles begann

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Die Bücher

Bisher erschienen sind:

Frau Morgenstern und die Verschwörung (2021)

Frau Morgenstern und der Verrat (2020)
Frau Morgenstern und das Böse (2019)

Die Morgenstern-Kriminalromane von Marcel Huwyler erscheinen im Grafit-Verlag, Köln. Sie sind überall erhältlich als Taschenbücher, E-Books und als Hörbücher auf Audible.

 

 

Backstage – die Geschichten hinter der Geschichte

Die böse Idee

Wie oft ärgern wir uns über Rüpel, Widerlinge und Grosskotze – machen aber allerhöchstens die Faust im Sack. Die frühpensionierte Lehrerin Violetta Morgenstern ist da ganz anders – ein wahrer Heissluftfön in unserer Schneeflöckchen-Welt.
Sie ist überzeugt: »Das Recht ist nicht immer gerecht.«
Und sagt: »Kommt Zeit – kommt Tat!«
Und danach gefragt, was für sie denn Gerechtigkeit bedeutet: »Wenn ein Pädophiler Kinderlähmung kriegt.«

Und so greift Frau Morgenstern öfters zur Selbstjustiz und bringt Bösewichte auf kreative Weise um. Schliesslich wird auch der Staat auf ihre Fähigkeiten aufmerksam, und das geheime Schweizer Killer-Ministerium »Tell« heuert Frau Morgenstern als Auftragsmörderin an. Zusammen mit dem Ex-Söldner Miguel Schlunegger legt die Mordslady herzerfrischend unkorrekt los – und um.

Der Name

  • Der Morgenstern … ist eine Schlagwaffe aus dem Mittelalter. Eine Keule, deren verdicktes Ende mit Eisendornen bespickt ist, was ihr ein sternförmiges Aussehen verleiht.

  • Der Morgenstern … ist das hellste Gestirn vor Sonnenaufgang. Meist der Planet Venus, selten auch Merkur.
     

Brachiale Waffe und strahlender Stern. Todbringendes und Himmlisches.
Was für eine wundervolle Doppeldeutigkeit, wie gemacht für die skurrile, janusköpfige Violetta Morgenstern. Die mal sanft und liebenswert, mal gnadenlos und kaltblütig agiert.

Die neue Frau

Meine Mordslady trug ursprünglich den Namen Sternenberg. Dieser Name stand für mich fest, noch bevor ich auch nur eine Zeile des Romans geschrieben hatte.
Sternenberg … das klang für mich nach Geheimnis und Mysterium, nach Schönheit und Anmut aber auch nach Stärke und Eigensinn. Ein wunderbar wohlklingender Name, beinahe ein Ein-Wort-Gedicht. Also hiess das Buch Frau Sternenberg und das Böse.

 

Nur wenige Wochen bevor mein Verlag das Buchcover gestalten und dem Buchhandel von meinem Erstling berichten wollte, entdeckte meine Lektorin, dass (quasi über Nacht) ein E-Book-Krimi im Internet hochgeladen worden war, auf dessen Cover ein Ermittler namens Sternenberg prangte.
»Tut mir so leid, es ist so bitterschade um den wundervollen Namen«, schrieb mir meine Lektorin, »aber ich fürchte, Sie müssen für Frau Sternenberg einen neuen Namen suchen. Es eilt allerdings sehr, Sie haben 48 Stunden Zeit.«

Ich war wie gelähmt.
Seit zwei Jahren lebte ich mit Frau Sternenberg zusammen. Wir waren ein Paar. Ich erwachte mit ihr – und dachte beim Einschlafen an sie. Sie war immer da, bei mir, war mittlerweile eine treue Freundin geworden; ich kannte sie so gut, wusste, was sie dachte, wusste, was sie mochte, kannte ihre Schwächen, Dämonen und Geheimnisse.

Und nun sollte ich sie einfach vergessen? Sternenberg auslöschen! 
Es war, als trüge ich meine Geliebte zu Grabe. Ich war untröstlich, ein trauernder Witwer – und musste dem Verlag in 48 Stunden meine neue Frau präsentieren.

Fragen Sie mich nicht wie … Er war – nicht mal eine Stunde nach der Hiobsbotschaft – plötzlich da, wie zugeflogen, einfach so, in meinem Kopf. Der neue Name.
MORGENSTERN.

 

Ich mochte ihn sofort. So klangvoll, geheimnisvoll, himmlisch und mörderisch zugleich. Und als mir dessen Doppeldeutigkeit bewusst wurde – Gestirn und Waffe –, schritt ich zur Umtaufe.
Heute bin ich überzeugt, dass Morgenstern der bessere Name als Sternenberg ist. Doch noch immer passiert es mir, bei Gesprächen oder Lesungen, dass ich aus Versehen von »Violetta Sternenberg« spreche.

Die erste Liebe vergisst man halt nie.